Da eine Vielzahl der Beschlussvorlagen praktisch nur noch durchgewunken werden musste, haben wir die Sitzung auch noch vor 22:00 Uhr beenden können.
Ich hatte ja schon meine Zweifel.

So durfte ich dann auch noch mein Debüt vor dem Mikrofon abgeben.
Es ging um eine Beschlussvorlage, die durch die Fraktionen der Linken und der SPD eingebracht wurde.

Der ja auch gar nicht mal so schlecht war. Denn es ging darum, dass bei Volksbegehren die Bürger ihre Unterschrift nur in der Stadtverwaltung leisten können.
Für viele ist der Weg zu weit und ich weiß selbst, wie schwer es ist, Leute zu motivieren, dahin zu gehen und ihre Unterschrift zu leisten. Deshalb sollten dezentrale Möglichkeiten geschaffen werden, um es den Bürgern zu erleichtern ihre Stimme abzugeben.

Nur war es offensichtlich, dass hierbei einem Volksbegehren zu mehr Stimmen verholfen werden sollte, was die Linken mitinitiert hatten: “Keine neuen Tagebaue”.

Und da hätte ich auch nichts dagegen gehabt.
Aber was mich gestört hat war, dass in dieser Beschlussvorlage ganz rührig immer wieder die Einwohner von Hohenstein, Gladowshöhe und Ruhlsdorf herangezogen wurden, die ja auch so weit weg vom Schuss wohnen und dadurch nicht abstimmen können.

Ich habe hier keinen gesehen, der vielleicht mal gefragt hätte, ob dafür überhaupt Bedarf besteht. Zumindest wäre eine kurze Mail ganz nett gewesen, um mich über diesen Vorstoß zu informieren. Denn so ein Ortsbeirat besteht ja nicht umsonst.
Stattdessen werden die Bürger aus dem Ortsteil vorgeschoben, um eine Vorlage zu begründen, die im Hintergrund eher das Ziel hat, dem eigenen Volksbegehren zu Stimmen zu verhelfen.

Und da reagiere ich halt etwas allergisch und habe das auch zum Ausdruck gebracht.
Sollen sie ruhig merken, dass hier nun ein Ortsvorsteher ist, der aufmerksam zuhört und auch mal den Mund aufmacht.