Als ich das hier gestern abend gelesen habe, blieb mir die Spucke weg:

“Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft”, erklärte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen dem Berliner Radiosender Radio Eins leicht missverständlich.

Da erdreistet sich diese sog. Familienministerin, im Radio mir zu unterstellen, ich sei ein Pädokrimineller. Und nur deswegen, weil ich weiß, wie man bei der Netzwerkverbindung den DNS-Server ändert. Mario schrieb schon ganz richtig, dass man so zur elitären Gruppe derjenigen gehört, die “vier Zahlenblöcke” fehlerfrei in das vorgesehene Feld tippen können.

Wer so als Politiker in der Öffentlichkeit auftritt, sollte sich mal auf seinen Gesundheitszustand untersuchen lassen. Nachher werde ich mal eine Mail an die gute Frau schreiben und fragen, was das alles soll.

Wie uns mit der Zensur des Internets unter dem Deckmäntelchen der Abwehr von Kinderpornografie die Politiker momentan verschaukeln, kann man übrigens in diesem Artikel sehr schön nachlesen.
CDU/CSU und SPD haben nämlich 2008 einen Antrag gestellt, der auch so im Bundestag angenommen wurde. Wenn andere Staaten das Internet zensieren, dann ist so was natürlich so was von böse und bedarf einer Ächtung und eines Bundestagsbeschlusses. Anscheinend haben da die Politiker vergessen, was sie sich damals auf die Fahne geschrieben haben:

“…In der Mehrzahl der Staaten dient die Zensur der Machtsicherung der Regieren- den. Oppositionelle und kritische Stimmen, die mehr Demokratie in ihrem Land fordern oder korruptes Verhalten der Machthabenden thematisieren, sollen un- terdrückt und die Verbreitung unliebsamer Informationen verhindert werden. Die Methoden der Medienzensur durch staatliche Organe sind vielfältig…”

Aber eigentlich passt es doch noch, oder?
Wenn ich weiter so täglich beim Internet leerlesen mit dem Kopf schütteln muss, dann bin ich bald wieder krank geschrieben, da das die Wirbelsäule nicht mehr lang durchhält.