Na also, es geht doch.

Ich staune immer noch, wie leichtfertig man mit dem Geld der Stadt umgehen kann. Aber vielleicht lerne ich das ja auch noch, wenn ich eine Weile Stadtverordneter bin…

Auf der heutigen Stadtverordnetenversammlung gab es ja jede Menge formeller Tagesordnungspunkte, die praktisch abgehakt wurden. Das ist halt so bei der ersten Sitzung.

Was da aber noch war, war ein Antrag der dem Bürgermeister ermächtigen sollte, ein Gebot in einer bestimmten Summe abzugeben, um den Klub am See kaufen zu können.

Ich denke mal, das eigentlich jeder im Saal für den Erhalt dieses Hauses war. Das war gar nicht das Problem.

Für mich und der offenen Fraktion war die schlampige Vorlage für diesen Beschluss das größere Übel.

Denn die bestand nur aus ein paar Zeilen, die den Beschluss enthielt und die Kosten, die anfallen würden.

In der Diskussion fielen dann Schlagwörter wie Nutzungskonzept, jährliche Folgekosten, Expose usw.
Alles Sachen, die eigentlich jedem Abgeordneten vorab in die Hände gegeben werden müssten, damit er alle nötigen Informationen zur Sache an sich hat.

Die Ausführungen des Bürgermeisters konnten mich dann auch nicht wirklich überzeugen. Da soll Geld ausgegeben werden und man kann der Stadtverordnetenversammlung noch nicht einmal sagen, was da noch für Folgekosten in den nächsten Jahren kommen, geschweige denn, wie die finanziert werden sollen.

Und es ist ja nicht so, dass man erst seit gestern weiß, dass man da mitbieten möchte. Nein, da hat man lange Zeit gehabt, das zu klären. Und hat anscheinend nicht seine Hausaufgaben gemacht, um jetzt plötzlich mit Fristen noch einen Druck auszuüben.

Wer vernünftig denken kann, konnte bei dieser Abstimmung nicht mit “Ja” stimmen.

Die Linken und die SPD haben es getan. Und dann noch diejenigen belächelt, die die ganze Sache hinterfragt haben. Die sonnten sich in ihrer Arroganz mit ihrer Mehrheit und vergaßen glatt das Nachdenken darüber.

Sollte aufgrund dieses Beschlusses die Stadt wirklich den Zuschlag für den Klub am See erhalten, dann bin ich gespannt, wer dann wieder losheult, wenn die Folgekosten in den nächsten Jahren Einschränkungen bei anderen Investitionen auslösen.