Nachtrag zum 1. Mai

stand1 Für mich war es ja das erste Mal, dass ich mich irgendwo hinstelle und für meine Ansichten und die Piratenpartei werbe. Sicher habe ich da nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen, als ich mich mit meinem Tisch direkt neben die FDP gestellt hatte. Aber aus Fehlern lernt man und so “schlimm” sind ja die Leute von der FDP dann auch wieder nicht.

Wenn man den 1. Mai von früher kennt, dann hat den eigentlich jeder Ossi als größeren Feiertag in Erinnerung. Also mit demonstrieren und anschließendem feiern.

Das dachten wahrscheinlich auch die älteren Herrschaften, die zu der Veranstaltung an diesem 1. Mai kamen. Und ich ehrlich gesagt auch. Jedenfalls habe ich angenommen, dass sich so eine Kundgebung bis in die Nachmittagsstunden hinzieht. Aber dem war nicht so. Nach ein paar markigen Worten einiger Redner, wobei da Frau Dr. Bock am schlechtesten war, war dann auch schon fast wieder Schluss. Die Linke baute in Windeseile die Minitribüne ab und überließ das Feld kampflos den restlichen Gruppierungen.

Was auch nicht so schlecht war, denn nun konnte man in Ruhe mit den Leuten reden, ohne gegen den Lautsprecherlärm anzuschreien.

Einige Leute konnte ich überzeugen, ihre Unterstützungsunterschriften zu geben. Ich hätte mir gern mehr gewünscht. Denn wir brauchen doch noch einige Unterschriften, um überhaupt an der Bundestags- und Landtagswahl teilnehmen zu können. Die Hürden sind da in Brandenburg besonders hoch gesetzt. Man will anscheinend keine Konkurrenz haben…

Das Schwierige bei so einer Unterschriftensammlung ist auch, dass viele Leute anscheinend mittlerweile vom täglichen Leben im gemeinsamen Deutschland geprägt sind und eine Unterschrift wie der Teufel das Weihwasser meiden. Man kann es ihnen auch nicht verdenken, bei den ganzen Drückerkolonnen die über Ostdeutschland hereinfielen.

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"Als parteiloser Bürgermeister unterstüzte ich gerne demokratisches Engagement in der Sache!" so Strausbergs Bürgermeister Hans Peter Thierfeld am Piratenstand.

Über eine Unterschrift habe ich mich dann doch gefreut. Der Bürgermeister von Strausberg, selbst parteilos, sieht das nämlich gelassener. Er sieht das nämlich ganz pragmatisch, denn diese Unterschrift bedeutet ja nichts anderes, als einer Partei überhaupt die Wahlzulassung zu ermöglichen. Was dann der Einzelne am Ende wählt, steht auf einem ganz anderen Blatt und hat nichts mit dieser Unterstützungsunterschrift zu tun.

Nachdem die Maikundgebung am Landsberger Tor recht schnell zu Ende war, haben wir kurzerhand das Kinderfest im Stadion “geentert”. Hier gab es etwas mehr Interesse an unserem “Stand” und auch ein paar Unterschriften.

Und irgendwann war auch dieses Fest zu Ende und meine Familie hatte mich wieder.

Fazit:

Es ist unheimlich mühselig, die Leute zu überzeugen, die Formulare auszufüllen. Das schlaucht und ich muss es in den nächsten Tagen nicht gleich wieder haben. Aber ich bin irgendwie auch stolz auf mich selbst, dass ich mich dazu aufgerafft habe. Wenn man nämlich gar nichts macht, dann hat man schon verloren.

So, wie viele andere Menschen in diesem Land.

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