Austritt aus der Piratenpartei

Es fällt mir schwer, diesen Schritt zu gehen, da ich all die Jahre an die Piratenpartei geglaubt habe. Krisen innerhalb der Partei in all ihren Gliederungen gab es immer, aber ich war der Letzte, der das Handtuch geworfen hätte.

Ich bin wirklich kein Mensch, der beim ersten Problem die Flinte ins Korn wirft. Nein eher habe ich über die Jahre immer die Fahne hochgehalten, die Zähne zusammengebissen und weitergemacht. Seit Januar 2009 habe ich unzählige Stunden Freizeit investiert und viel gemacht, um die Piraten hier im Umkreis zu etablieren. Stammtische erstmalig organisiert, den Kreisverband mitbegründet und immer wieder gegenüber Außenstehenden klar gemacht, dass ich hinter den Zielen der Piratenpartei stehe. Selbst als ich in die Piratenpartei eingetreten bin, habe ich geduldig den Leuten hier im Ort erklärt, warum ich diesen Schritt gegangen war.
Irgendwann war ich bekannt wie ein bunter Hund. Man merkt so etwas, wenn einen der Chef nach einem Bundesparteitag zu den dort gefassten Beschlüssen ausfragt.

Und ich war eine lange Zeit gern Pirat.
Die Ideen waren richtig, die Leute, die sie vertraten, waren auf meiner Wellenlänge. Alles passte.
Da war die Mehrarbeit kein Problem. Was sind schon zwei, drei Termine in der Woche mehr, wenn man sieht, dass es voran geht?

Wenn ich so an früher denke, bekomme ich schon fast wieder ein schlechtes Gewissen, wenn ich an dieser Stelle meinen Austritt aus der Partei verkünde.

Es tut mir in der Seele leid, aber es geht nicht mehr. Und zwar aus Gründen.

Mitgliederzuwachs
Mit der ersten Welle 2009 kamen viele, die einfach mal unzufrieden waren und etwas verändern wollten. Da waren viele gute Leute dabei. Daneben kamen die ersten Parteiübertritte. Und die hätten wir uns lieber ersparen sollen. Ein Großteil der internen Konflikte entstand, weil man „gelernte Parteiarbeit“ auf uns übertragen wollte. Einfach mal machen war nicht mehr, weil die „Neuen“ zu Bedenkenträgern mutierten und uns vorschrieben, wie Parteiarbeit zu funktionieren hatte.

Später(2011/12) war dann noch mal ein Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Auch hier waren wieder Leute dabei, die begriffen hatten, wofür die Piraten angetreten waren. Und dann waren einige „Spinner“ dabei, die andere Parteien/Gruppierungen erfolgreich an uns los geworden sind. Anders kann ich das jetzt so nicht bezeichnen.
Insgesamt fiel mir aber auf, dass die Partei immer linksgerichteter wurde. Das schlug sich in Parteitagsbeschlüssen nieder und auch diverse Aktionen gegen rechts wurden mehr. Anscheinend wurden wir zum Sammelbecken von Leuten, die von anderen linken Parteien enttäuscht waren. Was ja auch erst einmal nicht schlimm ist.
Aber wo blieb unser eigentliches Ziel?
Das wurde immer mehr verwässert.

Ich habe Leute kennengelernt, die keinen Schimmer vom Grundsatzprogramm hatten, aber stolz behaupteten, sie seien Piraten. Und das sind keine Einzelfälle.
Aber wie soll das funktionieren, wenn die Mitglieder die Grundsätze nicht kennen und sie vertreten sollen? Mit solchen Leuten brauche ich doch keinen Infostand besetzen und versuchen dem Bürger unsere Themen nahe zu bringen.

Die Basis
Da gibt es Leute, die sich redlich mühen, Programmanträge usw. ausarbeiten, diskutieren und verteidigen. Aber das ist ein kleiner Prozentsatz, den man nicht als Basis bezeichnen kann.

Denn wenn diese nicht gut vernetzt sind, dann bringt ihre Arbeit nichts, da die „andere“ Basis auf dem Parteitag, in Teilen uninformiert, dem Schwarm folgend, oft ganz komisch abstimmt. Oder der Meute folgt, die besser vernetzt ist.
Und das passt ganz gut dazu:

Die Zeitreichen
Basisdemokratie hört sich ja erst einmal gut an. Aber funktioniert nicht, so wie sie bei den Piraten praktiziert wird. Wenn jemand nur wenige Stunden in der Woche Zeit hat, dann wird er es nicht schaffen, Mailinglisten zu lesen, im Liquid Feedback zu arbeiten, Mumblesitzungen zu verfolgen und dann noch zu einem Realtreffen zu gehen. Das Wunschdenken, dass jeder sich einbringen kann, können nur wenige Piraten erfüllen. Die Zeitreichen.
Das sind dann auch diejenigen, die man auf dem Parteitag trifft, wo sie dort die Politik der Partei bestimmen.
Das Experiment halte ich für gescheitert, habe jetzt auch keine Lösung, wie man das verbessern kann, bin aber froh, dass wir das mal ausprobiert haben.

Vorstände vs. Basis
Theoretisch ist die Basis die treibende Kraft bei den Piraten. Vorstände werden gern mal zurückgepfiffen, wenn sie mal mit einem Statement in der Zeitung auftauchen. Vorstände sollen ja nur die Verwaltung übernehmen.
Im wahren Leben sieht es oft anders aus.
Da wird gern auf den Vorstand gewartet und ihm Untätigkeit vorgeworfen, wenn er mal nicht organisiert und der Basis passende Angebote unterbreitet, welche Aktionen man z.B. starten könnte.
Falls es der Basis zu langweilig wird, eignet sich so ein Vorstand auch prima zum trollen. Die sind ja dafür gewählt.
Oft kam ich mir wie im Kindergarten vor, wenn es wieder einmal darum ging, den Zwist anderer Piraten anzuhören und Schlichtungsversuche zu starten. Erwachsen ist anders.
Das hat sowieso genervt: die Befindlichkeiten, wenn einmal ein Wort anders rüber kam, als gedacht. Ich hätte hier nie geglaubt, dass man sich über solche Nebensächlichkeiten so großartig aufregen kann.

Hinzu kam die überaus hohe Erwartungshaltung mancher Piraten an die Vorstandsarbeit, wo immer übersehen wurde, dass die Leute alles ehrenamtlich machen.

Grüppchenbildung
Ganz am Anfang habe ich noch geglaubt, dass ich mit einigen Idealisten zusammen bin und wir gemeinsam ein Ziel verfolgen. Offen, fair und transparent.
Sicherlich haben Menschen untereinander Befindlichkeiten. Das ist normal, dass man nicht mit jedem kann. Aber dann lässt man sich in Ruhe und versucht so die Spannung rauszunehmen.
Aber was ich so im Landesverband erlebt habe, passte nicht zu den selbstgewählten Zielen. Offene Anfeindungen, Leute die viel im Hintergrund agieren, sich vernetzen, Grüppchen bilden und auch gern mal mit schmutzigen Mitteln andere Piraten kalt stellen wollen. Ich erinnere hier nur an den Vorwurf einer angeblichen Stasitätigkeit meinerseits auf der Aufstellungsversammlung. Gemeinsam Politik machen ist was anderes. Das was augenblicklich im Landesverband passiert, ist teilweise widerlich und wird die politische Arbeit noch weiter hemmen.

Zeit
Ein Teil meiner Freizeit ging ja schon vor den Piraten für Lokalpolitik, Vereine etc. drauf. Aber der Zeitaufwand bei den Piraten war sehr viel größer. Mit einem Ziel vor den Augen habe ich das gern in Kauf genommen, brav die hunderte Mails täglich gelesen, organisiert, Abende in Mumble und auf Stammtischen zugebracht.
Und dabei aus den Augen verloren, dass es noch ein Leben neben der Politik gibt. Familie, Freunde, die eigenen Bedürfnisse.
Mein Körper hat mich letztlich mit entsprechenden Symptomen daran erinnert, dass ich ihn irgendwie überfordere. In den letzten Wochen hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und mir ist so einiges bewusst geworden.

Wenn ich jetzt nicht die Reißleine ziehe, dann wird es nicht besser.
Gesundheit und Familie gehen vor.
Bei der Aufstellungsversammlung im Oktober war mir das selbst noch nicht so bewusst. Damals dachte ich noch, dass ich trotz aller internen Parteiprobleme das durchziehen werde.
Aber ich bin auch höchst demotiviert. Und in einem solchen Zustand kann ich unmöglich Piraten für den Wahlkampf motivieren, geschweige denn Wähler für uns einnehmen.

Macht’s gut Piraten!

Für die Bundestagswahl wünsche ich viel Glück, obwohl ich nicht mehr daran glaube.

21 Responses

  1. Mit dir verlässt einer der wenigen „echten“ Piraten die Partei.
    2009 warst du der, der mich letztlich, auch via Twitter, dazu motiviert hat den Piraten beizutreten und mich doch wieder etwas poltisch zu engagieren. Du warst der Einzige, den ich tatsächlich gerne für uns im Bundestag gesehen hätte…
    Danke für die großartige Arbeit die du in den letzten Jahren hier geleistet hast!
    Auch wenn ich es nicht gutheißen kann, dass du die Piraten verlässt, kann ich deinen Entschluss nur zu gut nachvollziehen…
    Alles Gute für die Zukunft!

  2. Lieber Jens,

    obwohl ich nicht Mitglied der Piratenpartei war oder bin, kann ich Deine Gründe die Dich zum Austritt bewogen haben gut nachvollziehen, weil sie nicht parteigebunden sind. Der stete Kampf gegen Windmühlenflügel eines politisch ehrlich Aktiven ist mir wahrlich nicht fremd. Politik in Deutschland hat auf allen Ebenen, bedenkliche Nachwuchssorgen. Das macht mir als Achtzigjährigen Sorgen. Unter diesem Aspekt ist Dein Ausstieg aus dem Mittun im Rahmen einer Partei wenn auch zu akzeptieren, dennoch zu bedauern. Ohne Inanspruchnahme von sogenannter Altersweisheit die es ohnehin nicht gibt. Man wird im Alter bedingt durch gemachte Erfahrungen nur vorsichtiger, erinnerst Du Dich evtl. an Gespräche die wir zum Thema geführt haben und in denen ich Dir versucht habe zu vermitteln, dass im politischen Alltag in der Regel die Misserfolge überwiegen und es viel Motivation bedarf, den Mut nicht sinken zu lassen. In diesem Sinne hoffe ich, dass Du der Strausberger Kommunalpolitik erhalten bleibst. Freundliche Grüsse Wolfgang

  3. Jeder Austritt aus der Piratenpartei tut mir leid und schmerzt mich regelrecht.
    Als erstes lieber Jens, bitte ich Dich diesen Schritt nochmals zu überdenken, bzw. nach einer Bedenkzeit wieder in die Partei einzutreten. Deine persönliche Entscheidung, so oder so ist unbedingt zu respektieren.

    Die Mitgliedschaft in unserer Partei soll keineswegs an der Gesundheit derMitglieder zehren. Im Gegenteil sie soll Gesundheit und Psyche aufbauen.

    Wir sind nicht eine Partei, wie jede andere. Uns unterscheiden zu den anderen einige Merkmale:

    – Wir kommen aus ganz verschiedenen politischen Richtungen, und viele von uns waren noch nie vorher politisch tätig.
    – Wir sind mit den Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft unzufrieden, wollen alles besser machen, aber uns fehlt noch die Antwort, wie es gehen soll. Viele Fragen, und noch mehr mögliche Antworten (vielleicht Antworten).
    – Wir sind auf der Suche, undeinige sind nicht mutig genug zu sagen, daß Weg und Ziel noch unbekannt sind, bestenfalls erahnt werden können. Wir brauchen Zeit.
    – Es gab ein Sprichwort: Vertaruen ist gut – Kontrolle ist besser. Das ist ein Sprichwort aus der Zeit des Stalinismus. In Wahrheit kann Kontrolle Vertaruen nie ersetzen. Wir müßen es lernen, einander zu vertrauen, auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind. Kontrolle ist aufwändig, fehlerhaft und bleibt immer unvollständig; Und dann wird die Kontrolle kontrolliert.

    Wenn wir erst einmal so weit sind, daß wir dies akzeptieren, dann werden wir unseren Weg finden und auf die Gesellschaft positiv einwirken können.

    Lieber Jens, ich war auf dem Parteitag, auf dem Dir „Stasizugehörogkeit“ „vorgeworfen“ wurde, entsetzt. Du Hattest es wohl als persönlichen Angriff empfunden, und von dem Angreifer war es wohl auch persönlich (und „anonym“) gedacht, aber es reiht sich ein in die Hatz, die gerichtet ist auf Spaltung in unserer Gesellschaft (Ost gegen West, Mann gegen Frau, Ausländer gegen Inländer, Altpirat gegen Neupirat, Aktiver gegen Inaktiver usw.) . Und entsetzt war ich als der damalige Versammlungsleiter pauschal einschließlich einen 27-jährigen nach Stasizugehörigkeit befragt hat.
    22 Jahre nach der sogenannten Wende interessiert es mich viel mehr, ob Leute, die einem gegenwärtig noch agierenden Geheimdienst verpflichtet sind, leitende Intentionen pflegen oder Informationen abschöpfen.
    Eigentlich ist es vollkemmen egal. Wenn wir transparent arbeiten, sind wir immun. Mögen Geheimdienstler gut und zum Wohle der Partei mitarbeiten, damit sie nicht auffallen. Wir haben keinerlei Mittel, um diese ausfindig zu machen, und wir brauchen auch keine Mittel dazu. Wir arbeiten so, daß es überhaupt keinen Unterschied macht, ob sie dabei sind oder nicht!!!

    Also lieber Jens,
    ich hoffe, daß Du uns erhalten bleibst,
    daß andere, die daran denken uns zu verlassen, dies überdenken,
    und daß die, die uns verlassen haben zurückkommen.

    Viele freundliche
    und
    piratische Grüße

    Roni Jacobowitz

    P.S. Unsre Landesvorstand möge sich weniger mit Partzeiausschlußverfahren und Eintrittsverhinderungen
    beschäftigen und mit mehr Konstruktivität!!!

  4. Hallo Jens,

    erst einmal DANKE für Deine bisher geleistete Arbeit.
    Danke auch für die vielen Tips usw.,die mir meinen Einstieg
    2011 und meine Mitarbeit in der PP erleichtert haben.
    Schade, dass Du uns nicht als Basispirat erhalten bleibst.
    Aber irgendwie habe ich Verständnis für Deinen Entschluss.
    Nutze die gewonnene Zeit für Dich persönlich und Deine Familie.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute.

    Mit freundlichen piratischen Grüssen
    Peter

  5. Die Besten gehen von Board. Es ist einfach traurig, dass diejenigen die die Partei mit aufgebaut haben gehen. Erst Oli dann du, Jens. Viele 2009er ziehen sich aus ihren Funktionen zurück. Damit wird die Partei leider Linkschaoten, angeblichen „Antisexisten“ und angeblichen „Antirassisten“ und Altparteien-Kadern überlassen. Der liberale geist schwindet und mit ihm wird auch die Wählbarkeit der Piraten verschwinden. Schade, dabei hatten wir viel erreicht.

    Dass diesen Mist, der jetzt läuft, keiner mehr mit ansehen kann, wundert mich nicht. Leider macht auch niemand die Klappe auf.
    Für ein dümmliches Pfannkuchen-Bild auf Twitter wird gleich die Sexismus-Keule ausgepackt. Ein riesen Affentheater und der Vorstand macht mit, weil er auch sich auch nichts traut. Anstatt mal ein wahres Wort zu sprechen. Dieser Beispiele gibt es genug. Man wo sind wir inzwischen gelandet, was haben wir teilweise für Neupiraten angeheuert. Auch wenn wirklich gute dabei sind… Für diesen Schwachsinn, der neuerdings verzapft wird, will doch kein 2009er mehr mit einstehen.

    Ich kann es irgendwie nachvollziehen, dass du hinschmeißt. Leider wird irgendwann keiner mehr da sein.

    @Roni Nicht mal hier kannst du auf deine böswilligen unterschwelligen Unterstellungen verzichten. Diese Scheiße hat nichts damit zu tun, was Jens geschrieben hat. Schäm dich.

  6. Ja Jens nun ist es so weit. Wenn einer diese Deine Gefühle verstehen kann, dann auch ich. Steffen hatte mit seinem Tweet recht, „das Einzig überraschende an Deinem Austritt ist, dass er jetzt statt findet“.
    Als Weihnachten 2010 unter Anderm sämtliche Gründungsmitglieder der Brandenburger Piraten ausgetreten sind, insgesamt wenn ich es recht erinnere 14 Austritte im November und Dezember, hat das sogar noch Schadenfreude auf den Plan gerufen. Das ist nun schon besser geworden. Die Nachfolger wollten alles Besser machen. Ich wies nochmals auf den Piratenkodex hin und auf den 2 jährigen Jungen der unterm Tisch sich am Schniepel spielt, Steffen auf die schrägen Parteitagsbeschlüsse, Sören, Thomas und Susanne hörte auch keiner mehr zu. Unsere Austrittserklärungen traute man sich nicht öffentlich zu stellen. Soviel zur Transparenz, die nur für andere zutrifft. Das piratige ist bei den Piraten kaum noch zu finden, die Gründungsideen, Ideale und Ziele verflogen, und das ist traurig. Keiner kennt mehr den Kodex und niemand macht echte Aktionen. Selbst für FlashMobs fehlt der Mut.
    Wir hatten eine gute Zeit Jens, die Idee ist nicht tot, die Piratenbewegung ist es schon. Sie ist jetzt eine richtige etablierte Partei, leider ohne Farbe, denn das Orange hat sich die CDU schon vor Jahren auf den Ausweis gedruckt.
    Ich hoffe wir sehen uns mal wieder im Garten in Zeesen!
    Axel

  7. Danke Chris. Du weißt ja, dass ich schon einmal zurückgetreten bin, als damals schon solche Machtspielchen getrieben wurden. Und dann habe ich doch wieder Verantwortung übernommen, um den Karren voranzubringen. Wenn ich jetzt dabei bleiben würde, könnte ich mir als Basispirat nicht ohnmächtig den weiteren Verfall der Piraten mit ansehen ohne dann doch wieder die Initiative zu ergreifen.
    Dann lieber ganz den Schlussstrich ziehen.

    @Wolfgang:
    Ja ich kann mich an die Gespräche erinnern. 🙂
    Wir sehen uns demnächst wieder auf einer Fraktionssitzung. Jetzt kann ich mich wieder mehr auf die Lokalpolitik konzentrieren, der ich natürlich treu bleibe.

    @Petrus:
    Auch Dir Danke, dass du mich immer so unterstützt hast. Halt die Ohren steif in diesem „etwas konfusen“ Kreisverband. 😉

    @Ormurin:
    Es dürften ja bald kaum noch 2009er dabei sein. Es ist schief gelaufen. Konzentrieren wir uns auf anderes…

    @Axel:
    Schön, mal wieder von Dir zu hören!
    Aus der jetzigen Sicht, hätte ich vielleicht auch damals mitgehen sollen. Aber ich dachte immer, dass man da noch was drehen kann und wollte das Projekt nicht einfach so aufgeben. Theoretisch könnte ich jetzt sagen, dass da zwei vergeudete Jahre ins Land gegangen sind. Aber das stimmt nicht ganz, da ich z.B. einige vernünftige Leute, wie Petrus, kennengelernt habe. War also nicht ganz umsonst. 😉
    Für ein Treffen bin ich auf jeden Fall. Peter hatte heute auch schon angerufen und Jan wäre auch für ein Bier. Wir müssen das jetzt endlich mal angehen.

  8. Hi Jens,
    mit dir verlässt wieder etwas mehr Kompetenz und Glaubwürdigkeit das Brandenburger Piratenschiff. Gerade Leute wie dich brauchen wir. Leute, die Sachkenntnis und Erfahrung haben und nicht nur aus dem Bauch heraus argumentieren.
    Auch mein Eindruck ist, das bei uns immer mehr Menschen auftauchen, die lieber über die ML´n oder noch besser über Twitter trollen und diffamieren, als sich selber konstruktiv in Sachthemen einzubringen. Dafür treten sie sehr laut und aggressiv auf und investieren sehr viel Zeit in innerparteiliche Meinungsbildung. Sie werfen anderen Menschen gerne Untätigkeit vor, wenn diese nicht die Zeit haben, bei jeder Mumble-Sitzung oder sonstigen Aktionen dabei zu sein. Sie glauben, sie seien Piraten, merken aber gar nicht, dass sie dabei sind, das Schiff zu versenken.
    Destruktive oder wie ein Fast-Exmitglied es mal ausdrückte, toxische Menschen.
    Aber wir haben auch eine ganze Menge positiv denkende Menschen, die glauben, dass die PP auch hier in Brdbg. politisch notwendig ist. Dass die PP wichtig ist für unsere Demokratie. Dass die PP endlich wieder zu Sacharbeit zurückfinden muss, ihre Mitglieder ansprechen und aus der Demotivation herausholen muss.
    Auf diese Menschen baue ich. Und wenn das Schiff wieder auf Kurs ist, hoffe ich darauf, dass du wieder so weit bist, erneut an Bord zu kommen. Wie gesagt, Leute wie dich brauchen wir.
    Viele Grüße aus OHV.
    Thomas

  9. Gute Besserung. Auch wenn ich deine Beweggründe der letzten 2 Jahre dabeizubleiben absolut nicht mehr nachvollziehen konnte. Liegt denke ich auch daran das man die Mittel und Ziele in der Piratenpartei leider nur als Programm fixiert hat. Naja. Vielleicht verstehen die kommenden Bewegungen was ihnen die Piratenpartei an Lernstoff alles hinterläßt. Das ist auch ein Mehrwert. Vergiss das mal für ein Weilchen und lass es dir gut gehen. 🙂

  10. Bedenke bitte: Jeder, der austritt aus respektablen Gründen wie den deinen, lässt uns andere mit den Spacken zurück, wegen denen du austrittst. Sei doch einfach mal ne Weile passiv.

    greetz schwarzbart

  11. Seltsam wenn sich die „Alten Hasen“ Steffen, Axel und Sören plötzlich zu deinem Austritt melden. Ein Qualitätsmerkmal ist das aber eher nicht…

    Ich bedauere deinen Austritt, insbesondere für deinen Kreisverband und für die Kommunalpolitik bei den Piraten. Wünsche dir alles Gute, Erholung und mehr Zeit für die Familie.
    Unpolitisch wirst du ja sicherlich nicht werden, freuen mich, wenn wir uns mal wieder über den Weg laufen! 🙂

  12. Dieser Blog ist wirklich sehr verwirrend.
    Der Kapitän springt kurz entschlossen über Board, als ihm Sturm und Säbelrasseln Unmut bereiten und aus sicherer Entfernung schimpft er sofort auf seine eigene Mannschaft- die trügen die Schuld an seiner Kapitulation.
    Im Grunde lernt schon jedes Kind, dass der Kapitän als Letzter von Board geht und dennoch erntet der Gefallene hier eine wahre Flut von Huldigungen, Schulterklopfen und Lobeshymnen. Nun gewinnt man als Außenstehender den Eindruck, dass der gefeierte Held eine durch und durch vergiftete Crew zurücklässt – Bestätigung dessen gibt es auch en gros in diesem Feedback. Allein stellt sich nun die Frage: was treibt dann die um, die hier gerade einen Märtyrer küren und offensichtlich selbst immer noch Mitglied in dieser ‚verkommenen‘ Partei sind?
    Warum sind die bisher nicht selbst über Board gesprungen und warum tauchen die jetzt einem Götzen hinterher, der sich nicht nur kurz vor der großen Schlacht aus seiner Verantwortung flüchtet, sondern sich auch noch umdreht und die Verbliebenen mit Dreck bewirft?

    Auch ein Anführer kann irgendwann einmal scheitern, oder gebrochen werden, aber dann geht er wenigstens erhobenen Hauptes aus der Schlacht.

    WAS stimmt also nicht an diesem Bild?
    Solche Art publizistischer Verzeichnungen kennt man doch eigentlich nur noch aus den Zeiten des kalten Krieges.

  13. Wer ist Ormurin??

    Sei wenigstens so mutig, und sende mir eine Mail auf die ich Dir antworten kann.
    So aus dem Hinterhalt zu agieren finde ich weder transoarent noch gentele.
    ————————————————————–

    Lieber Jens,

    ich würde gern mit Dir sprechen. Mag sein, daß mich manche falsch verstehen oder nicht verstehen, oder mich nicht verstehen wollen.
    Ich habe vielleicht zu vielen Dingen eine andere Meinung, aber dann ist die Meinung der anderen auch anders, und das ist unser aller gutes Recht.
    Nach wie vor bedauere ich Deinen Austritt, denn es geht auch um die Vielfalt unserer Partei. Ich bin sicher, daß unsere Stärke gerade darin besteht, daß wir unterschuedlich sind, so daß wir innerhalb der Partei die unterschiedlichen Aspekte der Gesellschaft reflektieren können.

    Nich Du allein trittst aus, sondern mit Dir auch ein wichtiges Segment, auf das ich nicht verzichten möchte.

    Meine E-Mail-Adresse hast Du wohl (antik-teltow@gmx.de). Ich würde mich freuen, wenn Du mir mal gelegentlich schreibst. Ruhe Dich aus, denke an die Gesundheit und an Deine Familie. -Die anderen Dinge sind nachrangig.

    Ich hoffe, daß Du und die anderen, die uns verlassen haben, uns dennoch erhalten bleiben, und daß wir uns wieder finden.

    Viele Grüße

    Roni Jacobowitz

  14. Moin Jens,
    Nach meinem fast Jahr 1 bei den Piraten, kann ich nun nach Berufs bedingter 2monatiger Pause bei vorsichtiger Parteiarbeit, deine Entscheidung zum Wohle deiner Familie und deiner selbst absolut nach vollziehen!
    Ich habe gestern schon gesagt, dass ich mit der Entscheidung von dir fast täglich gerechnet habe.
    Ich bin ebenso wie du mit dem Entwicklungszustand der Partei und dem links/ex gruenen Strick Richtungswechsel enttäuscht. Du warst mit einer der Gründe den Schritt zum Beitritt begeistert aus zu führen.
    Leider hat sich nach und nach durch Erkennen der internen Machtspielchen und Irsinnsdebatten, Bundes, Landes vor allem aber Mol weit, auch bei mir ein großer Zweifel gebildet. Der sich auch durch mein zeitliches tun in Niedersachsen Hannover nur genährt hat.
    Ich hoffe es geht dir jetzt besser und wir bleiben im Kontakt, wäre echt toll und du bist jederzeit gern gesehener Gast bei uns.

    Gruss Rico

  15. @Schwarzbart:
    Das habe ich mir ständig gesagt und bin dabeigeblieben. Aber wenn man es nicht schafft, Verbesserungen zu erreichen?

    @Nichtschwimmer:
    Ehrlich gesagt staune ich auch über die ganzen Schulterklopfkommentare, -mail und -tweets. Zudem ich plötzlich Anrufe von bekannten und unbekannten Piraten bekomme, die mir mal auf die Schnelle danken.
    Es wäre schön gewesen, wenn man diese Unterstützung etwas früher gehabt hätte. Das hätte dann zum richtigen Zeitpunkt motiviert.
    Aber ich halte vielen zu Gute, dass sie nicht wussten, wie es um mich steht. Konnten sie auch nicht.

    Und ich denke mal, dass viele genauso wie ich viel Energie und Zeit in diese Partei gesteckt haben und einfach nicht aufgeben wollen. Man schmeißt einfach so einen Lebensabschnitt nicht weg, als ob nichts gewesen wäre.

    @Roni:
    Du bist nicht einfach, gerade in Deinem Schriftverkehr. Das ist möglicherweise das Problem, was Dich bei vielen zum Problem macht. Wenn sich jeder mal mit Dir unterhalten würde, sähen viele das sicher anders. Wir hatten ja schon miteinander geredet, wo Du halt ganz anders rüberkommst.
    In den nächsten Tagen telefonieren wir mal. Falls ich das vergesse, erinnere mich bitte daran.

    @Rico:
    Für einige Leute im KV MOL, insbesondere Euch in Rehfelde tut es mir auch leid, wenn ich euch im Regen stehen lasse. Es wird nicht einfach werden, wenn ihr euch nicht stark macht und organisiert. Kümmert euch darum, dass ihr auch Strausberger u.a. dazuholt und macht weiter so, wie ihr begonnen habt. Echte Piraten brauchen keinen Kreisvorstand, sondern organisieren sich selbst. Ihr seid auf dem richtigen Weg. Also lasst euch nicht auf irgendwelche Grabenkämpfe ein.

    Wenn ihr euch trefft, dann schickt mir den Termin mal per Mail. Ich würde gern mit euch über diese ganze Angelegenheit reden.

    Gruß
    Jens

  16. solange die poratenpartei in deutschland die ständige mitgliederversammlung nicht verbindlich nutzt, solange wird sie nicht vom fleck kommen.
    Die österreichischen Piraten machen es vor!

  17. Zu Nichtschwimmer sagt:
    Wer als namenloser Nichtschwimmer in tiefes Wasser springt, riskiert im Falle des Ertrinkens eine anonyme Beisetzung.

  18. Mensch Jens, komm bloß zurück ins Boot,
    hier fahren die Affen nämlich Panzer!

    Lies den Beitrag der ML MOL vom Montag, d. 17. Juni 2013 17:18,
    da fallen dir all deine Sünden ein.
    Wie weit kann man eine Partei eigentlich verkommen lassen?

    Gruß
    Ann-Katrin

  19. Ja hab ich gelesen.
    Und den Kopf geschüttelt. Aber wenn ich jetzt wieder bei den Piraten einsteigen würde, dann würde das auch nichts bringen.
    Manchmal lernt man besser durch Schmerzen. Nur so merken das vielleicht auch die Ahnungslosen, die immer noch denken die könnten bei den Piraten den großen Zampano markieren.

  20. Ann-Katrin hat recht.
    Soviel Dummheit in einer Ecke.
    Ich glaube, das bekommen immer mehr mit.
    Denk daran, bei der PP arbeitest Du für deine Kinder.
    Du hast dich lange genug ausgeruht und mit dem Herzen
    bist Du ja immer noch dabei.
    Verfassungsschutz liest mit!

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